Von ersten Schritten bis zu Olympia

Ohne passende Schlittschuhe wird man nicht Weltmeister. Das ist logisch. Doch es ist ziemlich schwierig, die „richtigen“ Schlittschuhe zu finden, seien es Laien, die ihre ersten Schritte auf dem Eis wagen; Junioren, die als „vielversprechend“ gelten oder Weltstars – Olympiasieger, Weltmeister, Europameister… Wenn man sich die Eiskunstlauf-Wettbewerbe genau anschaut und auf die Schlittschuhe der Topläufer achtet, wird klar, dass Profisportler bestimmte Hersteller bevorzugen. Die Schlittschuhe werden speziell für sie hergestellt – und zwar mit dem Ziel, dass jeder Sprung sitzt, jede Bewegung passt und alles stimmig ist. Nicht selten hört man in Interviews Sätze wie „ich habe neue Schlittschuhe bekommen und ich muss mich erst daran gewöhnen“. Oder man hört Geschichten, dass die Schlittschuhe mit dem Gepäck am Flughafen verloren gehen und dann haben die Eiskunstläufer wirklich ein Problem.

Kurz und gut – Schlittschuhe sind das A und O im Eiskunstlauf und sie sind die Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg. Wer die Eiskunstlaufwettbewerbe ständig verfolgt, kennt die Geschichte von Adam Rippon, dem vor einigen Jahren beim Skate Canada die Schlittschuhe kurz vor der entscheidenden Kür zerbrachen. In dieser schwierigen Situation hat ihm Vice-Präsident von Jackson Ultima, Raj Misir, geholfen. Er reparierte bis spät in der Nacht im Hotel den Schlittschuh von Adam, so dass er problemlos auftreten konnte. In München hat Raj Misir von seiner Arbeit und den neuesten Innovationen berichtet.

Was ist der Hauptunterschied von „Jackson Ultima Skates“ zu anderen Schlittschuhproduzenten?

Raj Misir: Es gibt viele Unterschiede. „Jackson Ultima“ ist ein Unternehmen, das eine vollständige Produktpalette, angefangen von Freizeit- bis Profisport anbietet. Das Unternehmen verbindet die neuesten Innovationen mit den bereits vorhandenen Traditionen und Werten. Wir berücksichtigen die Anforderungen der Läufer. Das verbessert auch die Leistung.

Das ist der größte Unterschied. Deswegen bieten wir Modelle mit unterschiedlichen Breiten an. Die Eiskunstläufer auf der Welt haben unterschiedliche Fußgrößen. Unser Angebot und die spezielle Wärmebearbeitung ermöglichen uns, Schlittschuhe an jeden einzelnen Fuß anzupassen. Andere Firmen haben nur ein- oder zwei Breiten und bieten keine Wärmebearbeitung an. Wir glauben, wenn der Schuh gut sitzt und passt, reduzieren sich die Fussbewegungen, das spart Energie und verleiht dem Sportler größere Kontrolle, so dass er seine Leistung verbessern kann. Außerdem bietet Jackson bietet auch Stoßdämpfung durch Cork-Eva-Schichten in den Sohlen an. Dadurch kann der Eiskunstläufer mehr Sprünge trainieren, ohne sich dabei an den Füßen zu verletzen.

Raj Misir in München bei ISPO

Mit welchen Top-Läufern arbeiten Sie?

Es gibt viele, unter anderen auch Jason Brown, Michal Brezina, Alexai Bychenko, Nam Nguyen, Brian Orser, Elvis Stojko, Adam Rippon, Mirai Nagasu, Ksenia Stolbova, Andrew Poje, Tessa Virtue, Guillaume Cizeron und viele mehr.

Auch Evgeni Plushenko?

Er trägt Matrix Blades

Arbeiten Sie mit Eiskunstläufern individuell?

Nicht mit allen. Ich würde es gerne tun, aber es gibt so viele Sportler, deshalb haben wir in verschiedenen Bereichen technische Spezialisten, die helfen können. Wir arbeiten auch mit Einzelhändlern, damit sie besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Sportler eingehen können.

Wie sieht diese Arbeit aus? Fertigen Sie extra für jeden die Schlittschuhe?

Das hängt von dem Fuss des Sportlers ab. Jackson Ultima legt viel Wert darauf. Obwohl wir sehr viele Modelle haben, passen wir sie speziell mit unserer Wärmetechnologie an.

Raj Misir und Kim Bauer

Was ist Ihre Produktinnovationen?

Die neuen „Leicht-Schlittschuhe“ mit Carbon-Einlagen. Dennoch gibt das gleiche Gefühl und die Anpassung mit einem geringen Gewicht.

Unter den Kufen haben wir die Matrix mit abgeschrägten Kanten für mehr Kontrolle und Manövrierbarkeit für schnellere Transitions. Sie bieten auch geringes Gewicht bei gleichzeitig langlebigeren Kanten. Die meisten Top-Läufer der Welt nutzen sie jetzt. Elizaveta Tuktamysheva, Evgeny Plushenko, mehr als 80 Prozent der kanadischen Läufer inklusive Eric Radford, Nam Nguyen und die meisten Senior Ladies. Katelyn Osmond, Alaine Chartrand und viele mehr.

Was ist für nicht professionelle Läufer zu beachten, wenn sie neue Schlittschuhe kaufen möchten?

Wichtig ist, die Schlittschuhe auszuwählen, die den Anforderungen gerecht werden. Und es heißt nicht, je teuerer – desto besser. Da gibt es Richtlinien auf unserer Internetseite, die man bei der Wahl berücksichtigen sollte.

Und was ist wichtig für Profis?

Gutes Gefühl und Performance.

Ich weiß, dass Sie auch den Läufern in einigen kritischen Situationen geholfen haben. Können Sie etwas erzählen?

Es gab eine Geschichte von Adam Rippon bei „Skate America“.

Jetzt gehen viele Läufer auf Risiko und springen immer mehr Quads. Welche Entwicklungen haben Sie, damit Sie durch Ihre Schlittschuhe das Risiko mindern?

Wie bereits erzählt haben wir viel in dieser Richtung gemacht. Aber Eiskunstläufer und Trainer müssen große Veränderungen akzeptieren, wenn sie die Technik entwickeln möchten. Eiskunstlauf ist eine sehr tradionelle Sportart und die Veränderungen werden nicht sofort angenommen wie in anderen Sportarten z.B. in Golf, wo jeder sofort die neueste Technologie haben möchte.

Eiskunstläufer können sich nicht ohne weiteres an neue Schlittschuhe gewöhnen, sie brauchen Zeit.

Die Wärmebearbeitung von „Jackson“ erleichtert die Anpassung, so dass Sportler ihre Programme komplett im Laufe von zwei Tagen laufen können.

Wie kann Jackson Ultima Eiskunstlaufen verbessern?

Unsere Schlittschuhe sind komfortabler. Und wird dem Komfort und der Tradition immer treu bleiben – so wie Tessa Virtue. Sie hat mit Skate Canada angefangen und wurde dann Olympia-Siegerin: mit dem Komfortgefühl und mit der gleichen Firma.

Raj, wie haben Sie eigentlich angefangen in diesem Bereich zu arbeiten?

Zuerst arbeitete ich in der Schuhindustrie im Bereich Design und Produktion. Dann, als Jackson in Canada vor 20 Jahren zu produzieren begann, wurde ich angesprochen, die Verwaltung zu übernehmen und die Fabrik zu implementieren. Ich musste selbst viel über Eiskunstlauf lernen, aber ich habe große Unterstützung von Trainern und Läufern wie Brian Orser, Elvis Stojko, Jeffry Buttle und vielen anderen bekommen. Die Eiskunstlauffamilie war immer sehr nett zu mir und sehr hilfsbereit.

Vielen Dank für das Interview!

Aktuell bietet die kanadische Firma Jackson Ultima Skates eine komplette Linie von Schlittschuhen und von Kufen an, die Profis und auch Anfängern gerecht werden.

„Don Jackson (Weltmeister 1962 im Eiskunstlauf) entwickelte den ersten Jackson Kunstlaufschuh im Jahre 1966“, berichtet der Firmen-Präsident Kim Bauer, Enkel des Gründers der Bauer Skate Company, in München. Er war mit dem Team bei der ISPO in München. Zusammen bringen sie mehr als 90 Jahre Erfahrung in der Schlittschuh-Industrie mit. Seit einigen Jahren ist Jackson Ultima in Europa aktiv, so Bauer, und bietet die breite Palette von Produkten für Eiskunstläufer weltweit an.

Im März 1996 wurde die Schlittschuhfabrik in Waterloo, Ontario, Kanada, nach neuestem Stand der Technik aufgebaut. Anschließend wurde die Jackson Skate Company gegründet. Im Jahre 2001 erwarb Jackson Skate Company die „Ultima Skates“. Dadurch ist die Firma im Markt etabliert und zu einem angesehenen Marktführer für Auskunstlaufausstattung geworden.

„Jackson Ultima“ hat viele innovative Produkte auf den Markt gebracht, einschließlich der ProFlex Stiefel und der austauschbaren Matrix Kufe. Im Jahre 2009 hat „Jackson Ultima“ die Matrix 2 Kufe eingeführt, eine Kufe die 33% leichter ist als die traditionellen Kufen.

" Alex : ."