Italienische Paarläufer Valentina Marchej und Ondrej Hotarek begeistern immer das Publikum mit ihren Auftritten. Nach dem Kurzprogramm bei dem Rostelecom-Cup in Moskau haben die beiden Eiskunstläufer mit der Long-Program.com-Korrespondentin gesprochen. In diesem kurzen Interview berichten sie  von der kommenden Weltmeisterschaft in Milan, erzählen von ihren Programmen für diese Olympia-Saison sowie von den Zielen, die sie für dieses Jahr gesetzt haben.

Sind Sie heute mit Ihrem Auftritt zufrieden? (eine Frage in der Mixed Zone während des Rostelecoms-Cups)

Ondrej: Das hat wirklich viel Spaß gemacht, ich war sehr nervös heute vor dem Auftritt sowie vor dem Publikum zu laufen. Das Publikum ist hier immer fantastisch. Uns macht es Spaß, in Russland aufzutreten. Unser Programm gefällt den Menschen, deshalb wollten wir unser Bestes tun. Ich glaube, das haben wir auch geschafft. Ich hörte heute, wie das Publikum uns während des Laufens unterstützte. Wir sind sehr glücklich. Das war auch unser Ziel für heute. Es gab zwar einige technische Details, an denen wir noch zu arbeiten haben.

Valentina: Wir sind auf dem guten Weg. Ich bin glücklich, weil ich wieder ein gutes Gefühl seit Lombardia Trophy auf dem Eis bekommen habe. Ich freue mich, dass ich auf dem Eis bin und dass die Beziehung zu dem Eis wieder funktioniert.

Sie zeigen in dieser Saison zwei sehr amüsante Programme. Wer hat sie choreografiert und wer hat die Entscheidung getroffen, sie so zu gestalten?

Valentina: Wir haben diese Musik selbst gewählt. Er hat die Musik gefunden und ich glaube, dass könnte uns sehr gut passen. Aber Franka (die Trainerin) wollte diese Musik nicht nehmen. Deshalb haben wir es so getan: Wir haben das Programm zu dieser Musik bei einer Show in Mai gezeigt. Auf diese Weise wollten wir prüfen, wie das Publikum das Programm wahrnimmt. Bei dieser Gala waren sieben Tausend Menschen und sie wurden davon hingerissen. Wir haben das Video von diesem Auftritt aufgenommen. So haben wir die Musik für die olympische Saison gewählt. Es macht uns Spaß, für Menschen zu laufen und dieses Programm in Russland zu zeigen. Wir freuen uns immer hier zu laufen und in dieser Saison werden wir es zweimal tun: Jetzt sind wir hier bei dem Rostelecom-Cup und dann laufen wir wieder in Moskau bei den Europameisterschaften. Wir wollten etwas gestalten, was wie ein „Danke schön“ an das Publikum verstanden wird, das wäre unser Dank dafür, dass diese Menschen uns schätzen und unserem Abenteuer folgen.

Ondrej: Ich glaube, diese Programme können unsere Fans aus Italien und Russland miteinander verbinden. Ich denke, viele erkennen diese Musik und Menschen werden unsere Programme mögen.

Valentina: Außerdem wollten wir für das olympische Jahr etwas nehmen, was mit unseren Wurzeln zu tun hat. Wir sind Italiener, wir haben italienische Pässe und unsere Herzen schlagen italienisch. Wir sind stolz auf unser Land, deshalb wollten wir etwas nehmen, was wir richtig fühlen können. Diese Programme sind lustig, genau so, wie wir es sind, egal auf dem Eis oder außerhalb der Eishalle.

Ondrej: Ja, die Geschichte für die Kür ist an sich lustig, wir wollten ja auch nicht übertreiben. Dann kam Peter Cherneshov und choreografierte es. So kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen dem russischen Choreografen und einem italienischen Paar, was uns allen sehr gefällt.

Valentina: Peter hatte eine Idee und wir haben diese Idee umgesetzt.

Ondrej: Wir haben sie einfach an uns angepasst.

Valentina: Das ist ein ungewöhnliches Programm, genau wie die Arbeit an diesem Programm war. Irgendwann fragten wir Peter: „Welche Geschichte steckt eigentlich dahinter?” Und er antwortete, dass er es noch nicht weiß. Und das ist auch gut so! Weil das ist genau das, was wir sind. Wir wissen ja nicht, was das ist und wie es sein soll, aber wir genießen den Weg, die Art und Weise, die Arbeit daran, den Weg… Wir haben so viel daran gearbeitet. Wir haben noch nie so viel gearbeitet, wie in den letzten drei Jahren. Jetzt laufen wir das vierte Jahr zusammen und kennen einander mittlerweile sehr gut. Wir wissen, wie wir miteinander sprechen. Es gibt auch Tage, an denen wir miteinander nicht sprechen, aber wir finden immer eine Lösung und arbeiten weiter. Und diese Erfahrung bringt uns weiter, denn wenn wir Schwierigkeiten haben, wissen wir ganz genau, was zu tun ist.

Sie posten in Instagram Fotos von Hebungen, die Sie an verschiedenen Orten zeigen. Ist es ein flashmob?

Ondrej: Ich glaube, vielen Menschen gefällt so was, und da wir diese Hebungen jeden Tag üben, denkt man irgendwann – schon wieder eine Hebung. Aber wenn man dazu einen Becher Kaffee in die Hand nimmt, dann ist es schon was anderes, man kann es auch unterhaltsam gestalten.

Valentina: Ja, wenn man es unterhaltsam gestaltet, kommt eine Hebefigur oder ein Sprung nicht mehr so schwierig vor, und das hilft. Dadurch sieht man, dass alles dann doch nicht so kompliziert ist.

Ja, dass ist interessant zu sehen!

Ondrej: Und wir haben ja zwei Instagram-Accounts, deshalb machen wir es doppelt.

Sie werden bestimmt an der WM in Milan teilnehmen…

Valentina: Ja, natürlich! Die Weltmeisterschaft bedeutet für uns genauso viel wie die Olympischen Spiele. Außerdem kommt es selten vor, wenn die WM im eigenen Land stattfindet. Vor allem in Milan. Milan hat eine eigene Geschichte, besonderen Stil, besondere Lebensweise… Alles, was man haben möchte, kann man hier finden. Wir wohnen nicht weit von Milan. Selbst wenn ich nur 50 Kilometer von dieser Stadt entfernt bin, habe ich Sehnsucht.

Welche Ziele setzten Sie für diese Saison?

Ondrej: So zu laufen, wie hier – beim KP.

Valentina: Wir möchten unseren Weg bis zu Ende gehen, vor allem bis zur WM in Milan. Das ist das Ende eines wichtiges Jahres für uns, und nicht für unsere Karriere, sondern für uns als Menschen. Danach können wir sagen, dass der Eiskunstlauf ein Teil unseres Lebens war. Ich habe eine richtige Person gefunden, die diese Erfahrung mit mir teilt. Wenn ich jetzt wieder in der Einzelkonkurrenz laufen würde, würde ich noch einmal zu den Paaren wechseln.

Vielen Dank für das Gespräch!

Veronika Potaturko aus Moskau