Aljona Savchenko und Robin Szolkowy – für immer in Herzen

Endlich wieder an der Bande stehen und nicht via Stream die Wettkämpfe verfolgen! Endlich wieder mit den Sportlern persönlich sprechen und nicht via Social Media mit ihnen chatten! Endlich wieder Hunderte Bilder mit der Kamera schießen und direkt vor Ort die Ergebnisse erfahren! Endlich! Denn jetzt werden in Oberstdorf bei der Nebelhorn Trophy die letzten Olympiastartplätze vergeben. Insgesamt werden im Allgäu sieben Startplätze bei den Herren, sechs bei den Damen, drei im Paarlauf und vier im Eistanzen für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking (China) vergeben und dafür sind sehr viele Eiskunstläufer nach Deutschland eingereist.
Es gibt viele neue Gesichter, neue Programme, neue Kostüme… aber auch Gesichter, die das Herz der Anwesenden ein bisschen stärker schlagen lassen, sie gehören einer anderen Generation. Vor einigen Jahren waren sie diejenigen, die hier ihre Runden drehten, und um die Startplätze bei Olympia bangten und viele Träume hatten. Sie haben viele Jahre lang den Eiskunstlauf geprägt und werden immer noch von ihren Fans sehnsüchtig vermisst. Sie stehen nun an der Eisfläche in einer anderen Rolle: als Trainer, Choreografen oder Verbandsmitarbeiter sind sie dem Eiskunstlauf treu geblieben und desto mehr freut man sich, wenn man sie sieht. Jetzt geben sie ihre Erfahrungen weiter, weisen junge Sportler auf ihre Fehler hin, loben sie oder sagen auch ein paar strenge Worte – je nach dem.
„Es ist ein seltsames Gefühl, wir sind im gleichen Hotel untergebracht, wie bei meinem ersten Wettkampf in Oberstdorf vor vielen Jahren, und jetzt laufen unsere Schüler in der gleichen Eishalle. Viele Erinnerungen kommen hoch“ – sagt Brian Joubert, der Weltmeister von 2007, der hier in Oberstdorf die Französin Lea Serne begleitet. Lea muss für Frankreich auch einen Startplatz ergattern und dafür braucht sie auch wie viele andere ein bisschen Glück.
Schaut man bei der Paarkonkurrenz genau hin, findet man Robin Szolkowy und Aljona Savchenko an der Bande, die die Sportler sehr genau beim Training beobachten. Die beiden hat man lange nicht mehr an einer Bande zusammen stehen sehen. Auch Aljona und Robin werden sehr von ihren Fans vermisst und viele von den Zuschauern werden sofort an die schönen Programme wie Rosaroter Panther oder Pina erinnern – Programme, die auch in dieser Halle mal gezeigt wurden.
„Ich habe mich auch an das Hotel erinnert, war neulich kurz da, irgendwie war ich fest davon überzeugt, dass es direkt in Oberstdorf lag und nicht in Sonthofen. Ich habe sogar danach gesucht, weil ich sehr schöne Bilder in Erinnerung hatte“, sagt die Olympiasiegerin Aljona Savchenko, die hier in Oberstdorf bei diesem Wettkampf das schwedische Paar betreut. „In Oberstdorf habe ich meine erste Weltmeisterschaft gewonnen – Juniorenweltmeisterschaft“, erinnert sie sich. Schöne Erinnerungen, schöne Ereignisse und viele Emotionen.
Ja, diese Eishalle hat viele Emotionen erlebt, viele Träume sind hier wahr geworden, aber auch Enttäuschungen waren dabei. Aber es werden immer wieder andere Generationen kommen, ihre Träume auf das Eis zaubern und dann nach Jahren den jüngeren ihre Erfahrungen weitergeben. Auch die Corona Zeit wird irgendwann vergehen, aber das Nebelhorn wird weiter wie gewohnt, neue Eiskunstläufer begrüßen und ihre Fans werden viele Eiskunstlauf-Stars von früher und von heute freudig treffen, ihnen applaudieren, sie aufmuntern und viel Glück wünschen. Denn der Weg ganz nach Oben, zu Olympia beginnt hier – am Nebelhorn. So war es früher, so ist es heute und so wird es immer sein.

Brian Joubert und Lea Serna, der Trainer und seine Schülerin – zwei Generationen