Aljona Savchenko: «Alles ist möglich!»

Aljona Savchenko in Zürich

Die Eiskunstlaufsaison ist im vollen Gange. Die GP-Etappen finden jede Woche statt. Heute haben wir kurz mit der Olympiasiegerin im Paarlauf Aljona Savchenko gesprochen. Vor kurzem hat sie zu ihren zahlreichen Welt- und Europameistertiteln noch einen wichtigen Titel hinzugefügt. Jetzt ist sie MAMA geworden.

Aljona, schaust Du Dir die Grand-Prix-Etappen an?

Ja, ich schaue mir die Wettbewerbe an. Es ist interessant, zu beobachten, was in der Welt des Eiskunstlaufens los ist. Jetzt widme ich meiner Familie mehr Zeit und ich habe die Möglichkeit, mir die Wettbewerbe anzuschauen. In dieser Saison werden die Etappen sogar bei youtube live übertragen, das ist doch Klasse!

Hast Du selbst den Wunsch wieder aufs Eis zu gehen?

Ja, ich habe einen Wunsch bei einem Wettkampf aufzutreten. Aber… jetzt habe ich keine Möglichkeit dazu. Zur Zeit habe ich in meinem Leben andere Prioritäten und das Wichtigste für mich ist meine Familie. Ich habe unheimlich viele Wettkämpfe in meinem Leben gehabt, aber ich möchte gerne wieder aufs Eis gehen, weil ich es mag und ich mag es, bei einem Wettkampf aufzutreten.

Wie waren Deine ersten Trainingseinheiten auf dem Eis nach der Geburt Deiner Tochter?

Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer, jetzt Eiszulaufen. Bei den ersten Trainings hatte ich den Eindruck, dass ich noch nie auf dem Eis stand. Ich habe mein Gleichgewichtsgefühl verloren. Ich dachte, es würde irgendwie leichter sein. Bis jetzt habe ich mich nur getraut, eine Pirouette und einige Einzelsprünge zu wagen. Selbst nur beim Laufen habe ich Schmerzen. Also in diesem Sinne habe ich jetzt einen Schritt zurück gemacht.  Ich habe keine Eile.

Hast Du Dein Töchterchen schon in die Eishalle mitgenommen?

Nein, noch nicht.

Vor kurzem hat man Dich nach anderen Paarläufern gefragt. Wer sind für Dich nach drei GP-Etappen die Favoriten?

Einige Paare konnte ich noch nicht sehen, sie starten später. Deshalb ist es schwierig diesbezüglich etwas vorher zu sagen.

In einem Interview hast Du gesagt, dass das chinesische Paar, das 2019 Weltmeistertitel gewonnen hat, euch kopiert…

Nein, was das Kopieren betrifft, stimmt es nicht. Ich wurde falsch interpretiert. Bereits die Fragestellung an sich beinhaltete die Formulierung, dass es um das beste Programm in der Geschichte des Paarlaufens geht. Und ich habe dazu gesagt, dass ich – also das ist meine Meinung, nichts Neues dabei gesehen habe. Viele Paare sind in diesem Stil gelaufen und wir natürlich auch. Ich habe großen Respekt gegenüber Sui Wenjing und Han Cong und selbstverständlich haben sie eine eigene Pointe. Deshalb habe ich zu dieser Frage gesagt, dass dieses Programm nichts Neues beinhaltete. Aber wie gesagt, jedes Paar hat einen eigenen Stil, auch Sui und Han.

Und was russische Paare betrifft?

Also von den Paaren, die ich bereits gesehen habe, mag ich Tarasova und Morozov. Sie sind in dieser Saison stärker geworden und haben jetzt interessante Pointe in ihre Programme eingebaut. Ich werde die beiden mit Interesse weiterbeobachten, wie sie auftreten und wie sie sich weiterentwickeln.

Es ist interessant, dass alle Deine Partner – sowohl Stas, als auch Robin und Bruno jetzt als Trainer arbeiten. Willst Du ihnen in dieser Hinsicht die Konkurrenz machen?

Mit ihnen als Trainer konkurrieren?  Nein!  Ich kann mit ihnen nur zusammenarbeiten, also ein Team bilden! (lacht). Diese Frage lasse ich offen, ich genieße jetzt die Dinge, die ich jetzt im Leben habe.

Magst Du andere trainieren?

Ich mag trainieren, aber mehr mag ich selbst laufen.

Wie wird es nun weitergehen? Wann werdet ihr eure Fans auf dem Eis wieder erfreuen?

Ich hoffe, bald. Es hängt davon ab, wie schnell ich wieder fit werde.

Gibt es die Möglichkeit, dass wir künftig ein neues Paar auf dem Eis sehen – Amilia Savchenko-Cross und Louka Massot?

(lacht) Ja, kann sein, wer weiß. Als Bruno vor kurzem uns besuchte, machten Sophie (die Frau von Bruno) und ich Witze deswegen. Denn, wer weiß… Alles ist möglich! Der Sohn von Bruno ist ein starker Kerl und bei diesem Besuch wollte er das Bettchen von Amilia unbedingt schaukeln. Oder wollte er es kaputt machen? (lacht) Ich habe ihm sogar gesagt: «Louka, warte mal ab, Amilia muss erstmals groß werden und dann kann sie Deine Partnerin werden!»

Vielen Dank für das Interview!

Alexandra Ilina

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.