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Navka sorgt für Kritik, die keine ist

Viele Medien berichten übereinstimmend, dass Tatiana Navka eine Nummer zum Thema Holocaust in einer Eisshow gestaltete und kritisierten sie dafür stark. Wenn man aber genau auf die Überschriften und den Ton achtet, fällt sofort auf, dass der Focus nicht auf den Eiskunstlauf oder Show oder eigentliche Kritik gerichtet wird, sondern den Kritikern ist allem Anschein nach wichtig, dass sie die Frau des Kreml-Pressesprechers Dmitri Peskow sei. Selbst der Olympia-Titel der Sportlerin rückt in den Hintergrund und wird nicht einmal erwähnt.

Schlagzeilen:

„Holocaust Eislauf: Frau des Kremel-Sprechers sorgt für Aufregung“ – schreibt der Spiegel

Wife of Putin Spokesman Does Holocaust-Themed Dance – berichtet Daily Beast

„Holocaust on Ice“ – Russiches Eiskunstlauf-Paar tritt in KZ-Kleidung – schreibt der Stern

Kurz und gut, wenn sie die Frau eines anderen Mannes oder gar ledig wäre, würde diese Nummer kaum jemand bemerken oder gar darüber in anderen Ländern reden.
In dieser Nummer tragen die Darsteller Kostüme wie Holocaust-Häftlinge. Mit diesem Auftritt wollten die berühmte Eiskunstläuferin und ihr Partner auf die schrecklichen Ereignisse in Konzentrationslagern hinweisen, „unsere Kinder müssen davon wissen und es in Erinnerung behalten“, schrieb sie anschließend in ihrem Instagram.

Und es ist nicht das erste Mal, dass Eiskunstläufer ernstere Themen für ihre Programme aufgreifen und darauf hinweisen. Es gibt sehr emotionale und sehr beeindruckende Programme u.a. zum 11. September, Programme, die den Opfern der Terroranschläge in Paris gewidmet sind, Programme, die an gravierende Erdbeben in Japan erinnern… Denn Eiskunstlauf ist nicht nur Sport, sondern auch Kunst.