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Brian, erzähl mir von diesem Trainingslager. Wie viele Teilnehmer hast Du in diesem Sommer?

Brian Joubert
Brian Joubert

In diesen drei Wochen habe ich insgesamt 72 Läufer, einige von ihnen trainieren nur eine Woche, die anderen zwei oder drei. Ich habe jetzt drei unterschiedliche Gruppen – eine Gruppe für Anfänger, eine Gruppe für die Eiskunstläufer, die an den nationalen Wettkämpfen teilnehmen und eine Gruppe für Eiskunstläufer, die bereits internationales Niveau haben. Sie sind aus Frankreich, Belgien, Luxembourg nach Poitiers gekommen, aber die meisten sind aus Frankreich, aber aus unterschiedlichen Regionen.

Das ist ein Sommerlager und mein Hauptziel ist, dass sie ihre Fähigkeiten verbessern. Aber gleichzeitig müssen sie Spaß haben und den Augenblick genießen. Ich glaube, wir können lernen und gleichzeitig spielen. Ich versuche einige Wettbewerbe zu veranstalten, sie vor Herausforderungen zu stellen. Und die sind glücklich, weil sie nicht das Gefühl haben, dass sie hart arbeiten – aber in der Tat arbeiten sie hart. Aber am letzten Tag, also bei der letzten Trainingseinheit in der Woche, spielen wir.

Brian Joubert
Sarabanda

Ich weiß, dass sie Läufer auch improvisieren sollen. Wozu?

Die Improvisation ist sehr wichtig für die Sportler, weil sie egal ob sie 8 oder 15 Jahre alt sind, die Musik fühlen müssen. Sie müssen die Musik fühlen, sie müssen dabei gut springen können aber auch eine gute Choreografie zeigen. Die meisten jungen Leute sind ein wenig schüchtern, und wenn ich die Musik einschalte, möchten sie stehen und sich nicht bewegen. Aber sie müssen es tun, sie müssen es lernen, das ist wichtig für Wettbewerbe und für das Selbstbewusstsein auf dem Eis. Damit versuche ich Hemmungen ihnen zu nehmen.

Brian Joubert
Brian Joubert in Bordeaux

Was ist für Dich besonders kompliziert?

Besonders schwierig ist es richtige Worte zu finden, Worte für jeden einzelnen Läufer, weil sie alle unterschiedlich sind. So versuche ich die gleichen Dinge mit unterschiedlichen Wörtern zu erklären – dieselben Tipps anders zu erklären. Als Trainer muss ich die Läufer verstehen, ich muss ihre Stimmung verstehen, muss sehen, welchen Charakter sie haben. Wenn ich es verstanden habe, kann ich für jeden Einzelnen eine Lösung finden.

Brian Joubert
„Time“

Du nennst alle mit ihren Namen – ist es nicht schwierig, sich alle 72 Namen zu merken?

Ja, schon. Ich habe einige Tage dafür gebraucht um mir die Namen zu merken. Aber manchmal nenne ich sie nicht mit den Namen, sondern ich gebe ihnen Kosenamen. So z. B: in einer Gruppe habe ich einen Jungen, der Martin heißt. Aber ich nenne ihn Aston, so wie das Auto – Aston Martin. (lacht)

Warum?

Ich weiß, (lacht) es klingt ein bisschen seltsam, aber das ist wie ein Scherz, um auch Spaß auf dem Eis zu haben.

Was hast Du selber gelernt?

Ich wollte immer ein Trainer werden. Jetzt bin ich sicher – ich werde Trainer. Weil ich es wirklich mag, ich mag es früh morgens aufzustehen, in die Eishalle zu gehen, um den Kindern das Eislaufen beizubringen. Ich hoffe, ich kann es auch auf dem höheren Niveau tun, aber dafür brauche ich Zeit. Ich habe gelernt, Geduld zu haben. Als ich selber Läufer war, war ich ungeduldig. Ich meine, ich mag nicht warten. Und als Trainer, muss Du warten, muss viel Geduld haben und das ist eben das Gute für mich.

IMG_5316Du hast sogar auch einige Geschenke für Deine Schüler vorbereitet…

Ach, das ist nichts Besonderes, keine große Geschenke. Ich meine, dass ist einfach nett, sie sind zu meinem Sommerlager gekommen, und ich habe kleine Geschenke für junge Eiskunstläufer vorbereitet. Sie sind glücklich und wenn sie glücklich sind, dann bin ich auch glücklich.

Planst Du schon, ein Trainingslager für den nächsten Sommer?

Ich hoffe, ich werde es im Juli und im August 2017 durchführen.

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Im Juli und im August? Oh, das wird ja schwierig für Dich…

Ja schon, aber die Zeit läuft schnell. Diese Woche war schwierig, weil ich als Trainer alleine auf dem Eis war. In der ersten Woche und in der dritten Woche arbeite ich mit anderen Trainern zusammen.

Heißt es, jeder von Euch betreut eine Gruppe?

Nein! Wir bleiben schon zusammen und betreuen eine Gruppe, aber so können wir jedem Läufer mehr Aufmerksamkeit widmen und alles sehen.

Hast Du eventuell gedacht, so eine Art Gala für alle Teilnehmer zu veranstalten?

Ich glaube, es ist zu früh für sie, ich habe viele junge Läufer und wenn ich eine Gala organisiere, werden sie nervös. Sie sind ja gekommen, um jeden Tag zu trainieren, um sich zu verbessern. Und wenn am Ende noch eine Gala stattfinden soll, dann haben sie zu viel Druck. Ich glaube, viele sind sehr zufrieden mit dem Training und sie fragen mich, wann ich meine eigene Schule eröffne. Sie möchten nach Poitiers kommen, in Poitiers bleiben und mit mir arbeiten. Und für diese zukünftige Option, bin ich glücklich jetzt zu arbeiten.

Wann bekommst Du Deine Lizenz?

Wenn alles ok ist, im September 2018.

Vielen Dank für das Interview!

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REPORTAGE

FOTOS

Brian Joubert: I am happy, when they are happy!

Brian, tell me about your summer camp?

In these 3 weeks I have 72 skaters, some of them do only one week, some – 2 or 3 weeks. I have 3 different groups: beginner, people who does national competitions and people who does international competitions. They are from France, Belgian, Luxemburg, but most of them are from France but from different cities.

The main goal is to improve, but also they have to enjoy the moment. I think we can learn and play at the same time, I try to do some competitions, some challenges for them, and they are very happy, because they don’t feel that they are working, but indeed they working a lot. But on the last day, I mean on the last praxis on the week, we play together.

IMG_4911I know, you also make some improvisations with them. Why?

Improvisation is very important for skaters, to feel the music even if they are 8 or 15 years old, they have to feel it and to be good for the jumps and choreographies. Most of the young people are very shy, and when I put the music, they want to stay and don’t want to move, but they have to do it for the competition, to be confident on the ice. That s why I try to break it and to do the improvisation.

What is the most difficult for yourself?

The most difficult for me is to find the good words for each skater, because they are different. I explain the same thing and use different words for different skaters, even for the same advise. I have to understand each skater, his mood, his character, and when I understand the skaters I try to find the solution for him.

IMG_4800You are calling them by their names, how can you remember all the 72 names?

It took few days to remember the names, but sometimes I don’t call them by the name. I can give them the nickname, for example I have a skater in the competitions group, his name is Martin, and I call him Aston, like the car Aston Martin (smiles)

Why?

(Laughing) It is like a joke, to have fun on the ice!

What have you learned for yourself during these weeks?

Nothing specialy, I am sure, I always wanted to be a couch, now I am sure I will be a couch, because I really like it. I love it, to wake up every day to come on the ice, to teach children how to skate and I hope that I will do it on a high level. But it takes time. I learned, when I was a skater, I was not patient, I mean I did not like to wait, and now as a couch you have to wait, to be patient, and it is good for me.

You have some gifts for your skaters…

You know, it is nothing specially, it is not a big present. I think it is very nice for them, they come to my summer camp, and this kind of present is just for figure skating. So they are happy, and if they are happy, I am also very happy.

Do you plan something like this for the next year?

I hope I will do it in July, and August!

Brian Joubert
Sur ma peau

Oh… it would be very hard for you

Yes, but it is fast. Even this week is difficult for me, because I was alone, on the first week there was also an other couch with me, and for the third week another couch will also come.

So one couch is working with one group and …

No! We stay together, in one group and try to see every skater

Is it possible to organize a gala for all the participants in the end?

I think it is to early for them, I have a lot of young skaters, if I would do a gala, they would be very nervous, and I think they come on the ice just to have praxis every day, to improve. And if I put gala on the end, it would be to much pressure.

I think a lot of people are happy about this summer camp, and a lot of people ask me, when I am going to open my school, because they want to come to Poitiers, to stay in Poitiers and to work with me, it makes me happy. It is work for the future. I have to study, to have my license.

Normally it would be in September 2018.

Brian, thank you for the interview!