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Romain Ponsart
Romain Ponsart

In den letzten drei Jahren hatte es Romain Ponsart nicht leicht. Verletzungen, Pech – vieles kann das Leben eines Leistungssportlers erschweren. Nun ist Romain in die Offensive gegangen, hat alles komplett geändert und trainiert in Poitiers bei dem ehemaligen Weltmeister Brian Joubert. Brian fängt gerade seine Trainerkarriere an und Romain riskiert alles – denn wie er selber in diesem Interview sagt – „jetzt oder nie“. Beim Masters de Patinage in Orleans hat Romain bereits gewonnen.

Romain, ich sehe Dich nicht zum ersten mal auf dem Eis, und stelle fest, Du hast nie so viel gelächelt wie heute. Was ist los mit Dir?

Ich fühle mich wunderbar, ich finde mein Programm gut, ich habe viel daran mit Brian gearbeitet. Ich bin gut vorbereitet und sicher und möchte den Wettbewerb genießen.

Was ist in diesem Jahr neu für Dich?

Ich habe viel trainiert, ich bin gut vorbereitet und das Einzige, was mich noch aus dem Konzept bringen kann, ist Stress. Aber Brian weiß, wie wir am besten damit umgehen, so dass ich mich gut fühle.

Warum hast Du Dich überhaupt entschieden, den Trainer zu wechseln?

Romain Ponsart
Romain Ponsart

Es gibt viele Gründe. Ich möchte auf jeden Fall auf einem höheren Niveau laufen. Nach meiner Verletzung habe ich kein gutes Gefühl gehabt, und ich habe auch an Europameisterschaften oder TEB nicht teilgenommen. Während unserer Tournee habe ich ein bisschen mit Brian gearbeitet und ich verstehe seine Art zu arbeiten, ich trainiere gerne mit ihm. Ich möchte einen großen Schritt nach vorne machen, ich träume von Olympischen Spielen und da habe ich mir gesagt – jetzt oder nie.

Du hast ein wunderschönes Kurzprogramm „je suis malade“, aber ich würde es auch „je suis hereuese“ bezeichnen, also Du bist „glücklich“ und nicht „krank“. Erzähle von diesem Programm…

Die Musik haben wir mit Nikolaj Morozov ausgewählt, ihm hat mein Programm, dass ich davor hatte, nicht gefallen – wir ändern es. Er hat mich gebeten, ihm ein Lied zu nennen, das mir wirklich gefällt und das in Frankreich sehr populär ist. Ich habe ein Lied ausgewählt, habe Brian danach gefragt, er war auch damit einverstanden und so haben wir das Programm gestaltet.

Für Dein Training musstest Du nach Poitiers ziehen. Was gefällt Dir Dort?

Das Training!

Romain Ponsart
Romain Ponsart

Das ist nicht leicht, das Leben komplett zu ändern…

Nein, weil wenn ich zum Training gehe, bin ich glücklich, ich habe viel Neues gelernt, weil es eine andere Art zu arbeiten ist. Das Einzige, was mir schwer fällt – ist die Trennung von meiner Familie, von meinen Freunden. Aber ich weiß genau, wozu ich es tue und dass es nicht lange dauert– danach kann ich immer zu meiner Familie zurück.

Was war das Wichtigste für Dich, was Du von Deinem neuen Trainer gelernt hast?

Selbst wenn ich müde bin, kann ich noch viel leisten.

Was meinst Du genau damit?

Also wenn ich müde oder erschöpft bin, kann ich eine Pause machen. Aber ich kann auch über die Grenzen hinaus gehen – er (schaut Richtung Joubert, der ab und zu Romain mit der Übersetzung der einzelnen Wörter hilft ) puscht mich immer nach vorne.

Und Du bist sehr streng mit ihm? (Frage an Joubert)

Nein!

Danke für das Gespräch!

Brian Joubert und Romain Ponsart
Brian Joubert und Romain Ponsart

Von Alexandra